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Hier findest du grundlegendes Wissen zur Geschichte der Psychologie von der griechischen Philosophie bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.


Griechische Philosophie


Die inhaltlichen Ursprünge der Psychologie (zu Deutsch Seelen-Lehre) kann man bereits in der antiken griechischen Philosophie finden, auch wenn die wissenschaftliche Disziplin der Psychologie relativ jungen Datums ist.



Sokrates entwickelte mit seiner “Hebammenkunst“ eine Erkenntnismethode, in welcher durch einen Dialog widersprüchliche Thesen durch gezieltes Fragen aufgedeckt werden. Ziel ist hierbei universell gültige Regeln und Prinzipien auf Basis konkreter Erfahrungen zu finden.



Platon war ein Schüler Sokrates. In seinem bekannten Höhlengleichnis beschreibt er das Leben der Menschen wie in einer Höhle. Die Menschen sitzen hierbei mit dem Rücken zum Ausgang und können die Welt außerhalb der Höhle nur durch die Schatten an der Wand erleben. Mit diesem Gleichnis versucht Platon das Sein und den Weg zu Erkenntnis zu erklären. Heute wird diese Vorgehensweise auch als “begrifflich-deduktive Erkenntnisgewinnung“ bezeichnet.



Aristoteles verfasste diverse Schriften, darunter auch das Werk “Über die Seele“. Er geht von einem Dualismus aus, d.h. Körper und Seele werden nicht als eins sondern als getrennt betrachtet. Hierbei sind zwei wichtige Pfeiler, dass Aristoteles die Seele zum einen als Begrifflichkeit, zum anderen aber auch als Lebensprinzip verstand. Von ihm stammt auch folgendes Zitat:



„Die Seele ist dieses Prinzip, wodurch wir primär leben, wahrnehmen und denken.“



Ursprung der naturwissenschaftlichen Psychologie



1879 wurde durch Wilhelm Wundt das weltweit erste psychologische Labor gegründet. Wilhelm Wundt, studierter Mediziner entwickelte u.a. des psychophysischen Parallelismus. Dieser gründet auf der Annahme, dass physische und psychische Vorgänge parallel laufen.



William James entwickelte in den USA, an der Harvard University die Ideen von Wilhelm Wundt weiter. Unter anderem geht auf ihn die James-Lange Theorie der Emotionen zurück, in welcher ein Zusammenhang zwischen Körperfunktionen und Emotionen gesehen werden und Emotionen weiterhin auch als kognitive Reaktionen verstanden werden.


Außerdem verfasste James Werke über das Bewusstsein und schloss in seinem Konzept auch Konstrukte wie die selektive Aufmerksamkeit oder das Selbstbewusstsein ein.


Behaviorismus



Pawlow gilt als Vertreter der russischen Reflexologie und kann als Stammvater der Konditionierung und des Behaviorismus betrachtet sehen. Er forschte zum Speichelreflex von Hunden und stellte hierbei fest, dass Speichelfluss bereits beim Klingeln der Futter-Glocke und nicht erst bei der Präsentation des eigentlichen Essens erfolgte. Diese Form der Konditionierung wurde später auch als “klassische Konditionierung“ bezeichnet.


In den USA wurde der Behaviorismus dann als wissenschaftliche Strömung ausgebaut und populär. Wichtige Vertreter waren u.a. folgende Forscher:



  • Thorndike war ein Student von W. James und forschte u.a. zur Intelligenz.

  • Watson schrieb das Werk „Der Behaviorismus“ und beschäftigte sich in seiner Forschung mit Reiz-Reaktionsverbindungen

  • Hebb schrieb das neuropsychologische Grundlangenwert „Die Organisation des Verhaltens“ und kombinierte in seiner Forschung neurophysiologische und behavioristische Methoden

  • Skinner wurde bekannt für Forschungen zur operanten Konditionierung. Er forschte mit Tauben und entwickelte die sog. „Skinner-Box“ für diesen Zweck.


Psychoanalyse



Sigmund Freud entwickelte in Wien (parallel zum Behaviorismus in den USA) die Psychoanalyse. Im Rahmen des Instanzenmodells (Ich – Es – Über-Ich) schaffte er eine Theorie, wie die Psychoe aufgebaut ist. Auch entwickelte er ein Entwicklungsmodell und Erklärungen über die Entstehung von psychischen Erkrankungen. Die Analyse als Methode stellt durch freies Assoziieren und Deutungen eine Behandlungsmethode dar.


Kognitive Psychologie



Piaget, ein Vertreter der kognitiven Psychologie im 20. Jahrhundert, entwickelte ein Modell der kognitiven Entwicklung des Kindes. Hierbei unterscheidet Piaget vier Phasen. Weiterhin entwickelte er die Theorie der Äquilibration kognitiver Strukturen und prägte maßgeblich die Begriffe der Assimilation und Akkomodation.


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