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Auf dieser Seite wird die von Edwin Guthrie entwickelte Theorie zur Kontiguität erläutert. Diese Theorie ist der klassischen und operanten Konditionierung und dem Behaviorismus zuzuordnen.

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Das Prinzip der Kontiguität

Im Zusammenhang mit der klassischen und der operanten Konditionierung gibt es verschiedene relevante theoretische Konstrukte, die für die Erklärung von Konditionierungs- und Lernmustern entwickelt wurden. Ein wichtiges solches Konstrukt ist das sog. Prinzip der Kontiguität, maßgeblich beforscht durch Edwin Guthrie, dessen Kernthese zum Lernen war:

„The main characteristics of learning […] may all be understood as instances of a very simple and very familiar principle, the ancient principle of association by contiguity in time” (Guthrie, 1930, S. 428).

Diese main characteristics nach Guthrie sind dabei sämtlich Konditionierungsprinzipien. Lernen (insb. von Bewegungen und Bewegungsabläufen) tritt auf durch die Paarung von Stimulus und Response in zeitlich und räumlich direkter Folge aufeinander, jedoch nicht in Abhängigkeit von der Häufigkeit (Ablehnung des Law of Exercise von Edward Thorndike), sondern in Abhängigkeit von der Stärke der Assoziation zwischen Stimulus und Response. Nichtsdestotrotz war für Guthrie nicht das einmalige Assoziieren von verschiedenen Bewegungen zueinander ausreichend für das Ausführen komplexerer Bewegungsabläufe. Durch Wiederholung verändere sich aber nicht unbedingt die Assoziationsstärke, sondern es steige lediglich die Performance Rate (auch unter unterschiedlichen Umweltbedingungen). Ebenso seien auch Belohnung und Bestrafung nicht essentiell notwendige Bestandteile für das Lernen von aufeinanderfolgenden Bewegungsabläufen, solange das Pairing eine hohe Assoziationsstärke besäße. Belohnung habe v. a. den Effekt, dass sie dem „Verlernen“ („Vergessen“) einer Response vorbeuge, da sie verhindere, dass neue Responses mit Stimuli assoziiert würden (Guthrie, 1952). Guthrie & Horton (1946) führten dazu ein Experiment mit Katzen durch, die sie in einen Käfig sperrten und nach einem Weg, diesen zu öffnen, suchen ließen. Dabei zeigte sich, dass die Katzen zunächst unterschiedliche zufällige Bewegungen ausführten, bevor sie dann einen Mechanismus fanden, diesen dann in genau der ausgeführten Art und Weise aber in jedem weiteren Trial wiederholten (waren sie also durch Zufall mit der Pfote an den Hebel gekommen, verwendeten sie im Weiteren immer diese, waren sie mit dem Hinterteil an den Hebel gekommen, verwendeten sie im Weiteren nur das). In heutigen Lerntheorien ist dieser Aspekt der direkten zeitlichen Abfolge von Stimulus und angemessener Response, sowie dem Verständnis der Beziehung dieser beiden zueinander, immer noch ein wichtiger Bestandteil, auch wenn Guthrie selbst natürlich ein klarer Behaviorist war, dessen Theorie keinerlei kognitive Prozesse enthielt.

Referenzen:

  • Guthrie, E. R. (1930). Conditioning as a principle of learning. Psychological Review, 37, 412-428.
  • Guthrie, E. R. (1952). The psychology of learning (Rev. ed.). New York: Harper & Brothers.
  • Guthrie, E. R. & Horton, G. P. (1946). Cats in a puzzle box. New York: Rinehart & Company.
  • Schunk, D. H. (2012). Learning Theories: An Educational Perspective (6th ed., international ed.). Boston: Pearson Education Inc.
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