Angstkonditionierung
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Im Rahmen des Themenblocks "Lernen als Bildung von Reiz-Reaktions-Verbindungen" wird sich in der kommenden Woche mit der Studie "Fear of losing money? Aversive conditioning with secondary reinforces" von M.R.Delgado, C.D. Labouliere, and E.A. Phelps beschäftigt. Eine kleine Zusammenfassung um Wissen aufzufrischen und einen Einblick in das Thema Angstkonditionierung zu geben.

Angstkonditionierung

Amygdala- Die Zentrale der Furcht

Die meisten Ängste erlernen bzw. entwickeln wir im Laufe unseres Lebens. Wenn wir zum Beispiel als Kind einmal die Herdplatte berühren, lernen wir daraus das nächste Mal achtsam zu sein. Würden wir keine Ängste besitzen, würden wir wahrscheinlich sogar unsere Gesundheit oder gar unser Leben riskieren. Dabei scheinen Ängste uns mehr als gut im Gedächtnis zu bleiben. Wie der Neurowissenschaftler Joseph LeDoux herausfand, ist für die Angstkonditionierung die Amygdala zuständig. Bei der Angstkonditionierung wird ein bedrohlicher Reiz mit einem neutralen Reiz verbunden. Die Amygdala ist entscheidend wenn es darum geht, Emotionen und Erinnerungen zu verbinden. Defizite in diesem Bereich bzw. das Fehlen der Amygdala wirken sich auf das Erlernen von Angst aus und können Angst verschwinden lassen.

Beispiel

Angst kann operant sowie klassisch Konditioniert werden. Bei der klassischen Konditionierung kann nach dem Lernvorgang ein alleiniger Ton, ein ehemals neutraler Reiz, zu einer Furchtreaktion führen. Während bei der operanten Konditionierung bestimmte Verhaltensweisen, Sinneseindrücke oder Körperempfindungen mit einem furchterregenden Erlebnis assoziiert werden und so Angst entstehen lassen. Ein bekanntes Beispiel in Bezug auf Angstkonditionierung ist das Experiment „little Albert“ von J. B. Watson. Dem kleinen Jungen wurde die Angst vor Ratten konditioniert. Eigentlich verband der Junge keinerlei negative Emotionen zu dem Tier. Das Tier bildet den neutralen Reiz (NS). Immer wenn der Junge die Ratte (NS) zu sehen bekam, wurde hinter dem Jungen auf ein Stahlrohr gehauen. Das Geräusch bildet den unkonditionierten Reiz (UCS). Durch diesen Laut, erschreckte sich der Junge jedes Mal und fing an zu weinen. Das Weinen des Jungen ist die Reaktion des UCS und somit die unkonditionierte Reaktion, UCR. Nach einigen Wiederholungen begann Albert schon beim alleinigen Anblick der Ratte zu weinen bevor der Laut überhaupt ertönte. Nach etwa sieben Durchgängen war die Furcht konditioniert und Albert reagierte auf die Ratte mit Angst auch ohne Laut. Die Ratte ist zu einem konditionierten Stimulus (CS) geworden.

Doch kann die Angst auch wieder aufgehoben werde mit Hilfe von Gegenkonditionierung. So schaffte es Jones (1924) einen Jungen, welcher vor Hasen Furcht zeigte, die Angst zu nehmen. Bei jeder Konfrontation sowie Annäherungen an den Hasen bekam der Junge namens Peter sein Lieblingsessen. Am Ende schaffte es Jones, dass Peter das Kaninchen ohne Anzeichen einer Angstreaktion auf dem Arm nahm und streichelte.

Immer nur Krach und Stromschlag?

Elizabeth Phelps interessierte sich dafür ob nur primäre Verstärker wie Elektroschocks zu einer Angstkonditionierung beitragen können oder nicht auch ein sekundärer Verstärker wie Geld. Geld hat einen hohen Stellenwert durch soziale Kommunikation und Interaktion. In Bereich des Belohnungslernen beweist es einen starken Einfluss, warum also nicht auch auf aversives Lernen? Die Studie „ Fear of losing money? Aversive conditioning with secondary reinforces" will mit Hilfe von 3 Experimenten herausfinden welchen Effekt Geld als sekundärer Verstärker auf Furchtkonditionierung hat sowie einen Vergleich setzen zu primären Verstärkern.

Primär? Sekundär? Verstärker? Eine kurze Auffrischung.

Zwei Kategorien von Verstärkern: primäre und sekundäre

primärer Trieb = biologisch vorprogrammierter Zustand z.B.: Hunger
--> Futter-suchendes-Verhalten hervorgerufen --> primärer Verstärker = Nahrung

sekundärer Trieb= gelernter Zustand sekundärer Verstärker = Geld -->Verstärkende Eigenschaft durch Assoziation mit einem primären Verstärker zum Beispiel führt Geld dazu Essen kaufen zu können

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