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Der Absolutismus ist eine politische Herrschaftsform, bei der eine einzelne Person vollständig über die Ausübung aller Staatsgewalt verfügt. Der Absolutismus ist auch eine Epoche in Europa, die von dieser Herrschaftsform geprägt war, obwohl es gleichzeitig andere Regierungsformen gab. Diese Epoche dauerte vom 16./17. Jahrhundert bis ins späte 19. Jahrhundert an.

https://de.wikipedia.org/wiki/Absolutismus

"L’état c’est moi" soll Ludwig XIV. gesagt haben. Diese Aussage - "der Staat bin ich" - fasst perfekt zusammen, was Absolutismus bedeutet. Die absolutistische Herrschaftsform konzentriert alle Angelegenheiten des Staates auf eine Person. Dieses Staatsoberhaupt nimmt somit die Spitze der Ämterhierarchie innerhalb eines Staates ein und repräsentiert den Staat nach innen und außen.

Absolutismus unter Ludwig XIV.

Der absolutistische Monarch Ludwig XIV. regierte Frankreich von 1643 - 1715. Er wurde auch "Sonnenkönig" genannt. Die Sonne war sein Wappensymbol. Wie die Planeten um die Sonne kreisen, sollte sich der Adel um den König bewegen. Wie die Sonne Mittelpunkt des Universums ist, sah sich Ludwig XIV. als Mittelpunkt des Staates.

Der Absolutismus unter Ludwig XIV. äußerte sich in folgenden Merkmalen:

  • Der König war der oberste Richter und stand über dem Gesetz.
  • Er war oberster Befehlshaber des Militärs. Es war ein stehendes Heer von bis zu 45-tausend Mann.
  • Mit Hilfe von Beamten kontrollierte er das gesamte Land. Die von ihm eingesetzten Bürgerlichen waren ihm zum Dank verpflichtet und eine treue Verwaltung.
  • Es gab eine katholische Staatskirche, die sich soweit wie möglich dem Einfluss des Vatikan entzog. Hinzu kam, dass Ludwig König nach "Gottes Gnaden" war und seine Stellung nicht angezweifelt werden konnte.
  • Der Staat (und somit der König) beeinflusst die Wirtschaft (Merkantilismus).

Ludwig XIV. lebte im Überfluss: Er baute teure Schlösser wie Versailles und feierte regelmäßig große Feste. Der französische Hof machte zu seiner Zeit hohe Ausgaben, was die Staatsverschuldung verstärkte. Auch das stehende Heer, die vielen Kriege und der Staatsapparat mit den vielen Beamten verschlangen Unsummen. Da die ersten 2 Stände (Klerus und Adel) von den staatlichen Steuern befreit waren, wurde der 3. Stand (das Volk) bis zur Schmerzgrenze belastet. Schließlich führte die schlechte Versorgungslage Ende des 18. Jahrhunderts zur Französischen Revolution.

Aufgeklärter Absolutismus unter Friedrich dem Großen

Der aufgeklärte Absolutismus unterscheidet sich durch die Geisteshaltung seiner Regenten: Sie nahmen Impulse der Aufklärung auf. Zumindest teilweise versuchte der Hohe Adel aufklärerische Reformen umzusetzen. Als wichtige Kennzeichen der Aufklärung gelten der Kampf gegen Vorurteile, die Hinwendung zu den Naturwissenschaften, das Plädoyer für religiöse Toleranz und die Orientierung am Naturrecht. Gesellschaftspolitisch zielte die Aufklärung auf mehr persönliche Handlungsfreiheit (Emanzipation), Bildung, Bürgerrechte, allgemeine Menschenrechte und das Gemeinwohl als Staatspflicht.

Aufgekärten Absolutismus gab es im 18. Jh. europaweit außerhalb Frankreichs, im Russischen Kaiserreich ebenso wie in den deutschen Territorien insbesondere in den Großmächten der österreichischen Habsburgermonarchie und Preußen. Das veränderte Selbstverständnis der aufgeklärten Herrscher verdeutlicht sich in einer Aussage von Friedrich II., der sagte: "Ich bin der erste Diener des Staates".

Friedrich II. (1712 - 1786), war ab 1740 König in und ab 1772 König von Preußen sowie Kurfürst von Brandenburg. Er entstammte der Dynastie der Hohenzollern. Er wurde auch "Friedrich der Große" oder "der alte Fritz" genannt.

Wichtige Begriffe

Der Absolutismus ist eine politische Herrschaftsform, bei der eine einzelne Person vollständig über die Ausübung aller Staatsgewalt verfügt. Der Herrscher regiert absolutus („losgelöst“) vom Volk.

Im Absolutismus ging man, wie in anderen Monarchien auch, vom Gottesgnadentum aus. Die Menschen dachten, dass der Herrscher durch Willen Gottes regierte. Die Herrscher fühlten sich daher niemandem außer Gott verpflichtet. Jedes Übel, dass sie dem Volk unterbreiteten (z.B. Steuern, Kriege etc.) wurde als göttliche Herausforderung angesehen und somit widerstandslos geduldet.

Merkantilismus bezeichnet die Wirtschaftspolitik und Wirtschaftstheorie des absolutistischen Staates. Er dominierte vom 16. bis zum 18. Jahrhundert das wirtschaftspolitische Handeln. Gemeinsames Merkmal merkantilistischer Wirtschaftspolitik ist das Streben nach größtmöglicher Förderung der produktiven Kräfte im Inland und der Erwirtschaftung von Überschüssen im Außenhandel. Regierungen unterstützten demnach diese Ziele, indem sie Exporte von Fertigwaren aktiv förderten und Importe von Fertigwaren hemmten. Staatliches Eingreifen war also ein wesentliches Merkmal dieser Wirtschaftsform. Als Schöpfer des Merkantilismus gilt Jean Baptiste Colbert, der als Finanzminister unter Ludwig XIV diente. Er sollte Frankreich aus den Schulden helfen.

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